Stromausfall in Berlin und Blackout-Realität

Warum echte Resilienz nur mit Daten entsteht und wie sie sich heute schon umsetzen lässt.

Der Stromausfall im Südwesten Berlins hat Anfang Januar gezeigt, wie schnell aus einem lokalen Infrastrukturereignis ein systemisches Problem werden kann. Innerhalb kurzer Zeit waren zehntausende Haushalte und zahlreiche Betriebe betroffen. Licht, Wärme, Kommunikation und Betriebssicherheit standen plötzlich nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung.

Solche Ereignisse sind kein Ausnahmezustand mehr. Sie sind Teil einer Realität, in der Infrastrukturen komplexer, verteilter und zugleich verletzlicher geworden sind. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob Ausfälle auftreten, sondern wie gut Organisationen darauf vorbereitet sind.

Und genau hier beginnt die eigentliche Rolle von PSsystec.

Resilienz ist kein Netzthema – sie ist ein Betriebskonzept

Wenn über Stromausfälle gesprochen wird, richtet sich der Blick häufig auf Kraftwerke, Netze oder Übertragungsleitungen. Für Betreiber von Gebäuden, Anlagen und verteilten Standorten entsteht das Risiko jedoch an einer ganz anderen Stelle: am Übergang zwischen Energie, Technik und Betrieb.

In der Praxis zeigt sich immer wieder dasselbe Muster:

  • Der Strom fällt aus, aber niemand weiß sofort, wo genau und seit wann.
  • Notstrom oder USV sind vorhanden, aber ihr tatsächlicher Zustand ist unklar.
  • Kommunikation bricht weg, weil lokale IT ebenfalls vom Strom abhängig ist.
  • Serviceeinsätze starten ohne belastbares Lagebild.

Resilienz bedeutet daher vor allem eines: Transparenz und Handlungssicherheit – auch dann, wenn Teile der Infrastruktur nicht mehr funktionieren. Genau in diesen Momenten zeigt sich, wie entscheidend Systeme sind, die selbst dann noch Daten liefern, wenn die reguläre Energieversorgung bereits unterbrochen ist.

Das SMARTbox-Portfolio: eine digitale Resilienzschicht über bestehender Infrastruktur

PSsystec verfolgt einen bewusst anderen Ansatz als klassische IT- oder Automatisierungslösungen. Statt neue, komplexe Systeme aufzubauen, wird bestehende Infrastruktur nachträglich digitalisiert – nicht-invasiv, Plug&Play und unabhängig von lokaler IT, da die Kommunikation konsequent über Mobilfunk erfolgt.

Alle Lösungen basieren auf der SMARTbox als zentralem Architekturprinzip. Sie bildet das verbindende Element zwischen Sensorik, Anlagen, Konnektivität und Cloud.

Ein wesentlicher Bestandteil dieses Ansatzes ist die flexible Energieversorgung im Betrieb und im Störfall: Die Produkte der SMARTbox-Familie können je nach Anwendung klassisch netzversorgt über die Stromleitung betrieben werden und sind optional auch mit integrierter USV oder vollständig batteriebetrieben verfügbar. Damit bleiben die Datenerfassung, Alarmierung und Zustandsüberwachung auch dann aktiv, wenn die primäre Stromversorgung bereits ausgefallen ist.

Sehen, wenn Strom verschwindet – und reagieren können

Ein zentrales Element bei Stromausfällen ist die sofortige Erkennung. Genau hier setzt die SMARTsocket an.

Die SMARTsocket ist ein Mobilfunk-Gateway zur Erkennung von Stromausfällen mit integrierten Energiemonitoring- und Schaltfunktionen. Sie wird zwischen Versorgung und Verbraucher gesteckt und erkennt zuverlässig, wenn Spannung ausfällt oder zurückkehrt. Gleichzeitig misst sie Energieverbräuche, Spannung und aktuelle Wirkleistung und kann bei Bedarf Remote-Resets oder gezielte Schaltvorgänge bis 10 A auslösen – zeit- oder eventgesteuert aus der Cloud.

Der entscheidende Vorteil liegt nicht in der Messung allein, sondern in der Echtzeit-Alarmierung über Mobilfunk. Selbst wenn lokale Netzwerke, Router oder IT-Systeme nicht mehr verfügbar sind, bleibt das Ereignis sichtbar. Betreiber erhalten klare Informationen darüber, welche Verbraucher, Anlagen oder IT-Komponenten betroffen sind und priorisiert behandelt werden müssen.

Ein wesentliches technisches Detail der SMARTsocket ist die wartungsfreie integrierte Energiespeicherung. Dies ermöglicht es, Status- und Alarmmeldungen auch dann zuverlässig zu versenden, wenn die Stromversorgung vollständig weg ist.

Dabei werden zwei kritische Szenarien eindeutig unterschieden:

  • Spannungsausfall in der Steckdose bzw. Stromleitung
  • Physisches Trennen der SMARTsocket von der Steckdose

Beide Zustände werden ereignisbasiert detektiert und unmittelbar über Mobilfunk an die IoT-Cloud übertragen. Damit bleibt das Lagebild selbst dann erhalten, wenn Strom „in der Wand“ fehlt oder Geräte bewusst oder unbewusst vom Netz getrennt werden.

Die SMARTsocket vermeidet unnötige Serviceeinsätze, erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit im Störfall und macht Stromausfälle erstmals eindeutig nachvollziehbar – unabhängig von lokaler IT-Infrastruktur.

Anlagenzustände verstehen statt nur hoffen, dass sie laufen

Stromausfälle wirken selten isoliert. Heizungen, Pumpen, Klima- und Lüftungstechnik, sicherheitsrelevante Steuerungen oder Schaltkontakte reagieren sensibel auf Unterbrechungen.

Mit dem SMARTsensor aus der SMARTbox-Reihe werden genau diese Zustände erfassbar.

Alarmkontakte, Betriebsstunden, Temperaturen, analoge Signale oder Zählerimpulse lassen sich digitalisieren, ohne bestehende Systeme umzubauen. Ob im Schaltschrank oder als Outdoor-Variante – die Sensorik wird nachgerüstet und liefert kontinuierlich Daten in eine zentrale Plattform.

So entsteht Transparenz darüber, welche Anlagen korrekt wieder anlaufen, wo Grenzwerte überschritten werden und wo verdeckte Risiken entstehen – lange bevor ein Totalausfall eintritt.

Für Anwendungen mit erhöhter Ausfallsicherheit steht zusätzlich die SMARTebox IO zur Verfügung – eine USV-gestützte Variante im Umfeld des SMARTsensor outdoor. Sie stellt sicher, dass Störungen, Zustände und Grenzwertverletzungen auch bei längeren Stromausfällen zuverlässig erfasst und übertragen werden.
Darüber hinaus sind auch die übrigen SMARTsensor-Varianten optional vollständig batteriebetrieben verfügbar.

Notstrom, USV und Technik sichtbar machen – herstellerunabhängig

Besonders kritisch in Stromausfällen ist die Annahme, dass Notstromsysteme „schon funktionieren werden“. In der Realität fehlt oft die kontinuierliche Überwachung.

Hier kommt SMARTmodbus ins Spiel.

Über standardisierte Modbus-Schnittstellen werden bestehende Geräte – etwa USV-Anlagen, Generatorsteuerungen, Energiezähler oder technische Aggregate – angebunden und aus der Ferne überwacht. Herstellerunabhängig, retrofitfähig und ohne Integration in lokale IT-Netzwerke.

Im Krisenfall bedeutet das: Klarheit darüber, ob Systeme tatsächlich laufen, in welchem Zustand sie sich befinden und wie lange eine Überbrückung realistisch möglich ist.

Auch SMARTmodbus lässt sich in resiliente Konzepte integrieren. In Kombination mit der SMARTebox IO – der USV- bzw. batteriegestützten Erweiterung aus dem Umfeld des SMARTsensor outdoor – bleiben Modbus-Daten und Zustandsinformationen auch bei Netzausfall verfügbar.

IoT System SMARTebox IO: Analoge und digitale Sensoren digitalisieren - Outdoor

Nach dem Ausfall ist vor dem Ausfall: Energie verstehen

Ein Stromausfall endet nicht mit der Rückkehr der Spannung. Der Wiederanlauf entscheidet über Kosten, Stabilität und mögliche Folgeschäden. Lastspitzen, ineffiziente Neustarts oder dauerhaft erhöhte Verbräuche bleiben ohne Messung unsichtbar.

Der IoT Energymonitor von PSsystec schließt genau diese Lücke. Nicht-invasive Stromsensorik, ergänzt um Gas-, Wärme- oder Wassererfassung, macht Energieflüsse transparent – live, standortübergreifend und ohne lokale IT-Infrastruktur. Das schafft eine belastbare Grundlage für Betrieb, Optimierung und Reporting.

Gerade nach Ereignissen wie in Berlin entsteht so ein objektiver Blick auf das tatsächliche Ausmaß und konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen.

Für Erweiterungen und dezentrale Messstellen lässt sich der IoT Energymonitor um batteriebetriebene Komponenten ergänzen, etwa für den Anschluss von Energiezählern wie Wasserzählern oder Gaszählern. Dadurch eignen sich diese Messstellen besonders für Einsatzorte, die im Blackout-Fall vollständig stromlos sind.

Ein zentrales Element für solche Anwendungen ist die SMARTebox nanoIO. Sie ist ein vollständig batteriebetriebenes NB-IoT-Gateway für den Anschluss externer Sensoren und wurde für minimalen Energieverbrauch und lange, autarke Laufzeiten entwickelt.

Über ihre digitalen und analogen Eingänge lassen sich unterschiedlichste Messgrößen erfassen, darunter Impulse von Energie-, Wasser-, Gas- oder Wärmemengenzählern sowie Stör- und Alarmkontakte mit Wake-Up-Funktion. Die Datenerfassung erfolgt als Zähleingang und wird zuverlässig über NB-IoT in die IoT-Cloud übertragen.

Zusätzlich unterstützt die SMARTebox nanoIO die Anbindung von BLE-fähigen Beacons, etwa für Temperatur- und Feuchtemessung, Türkontakte, Wasserleckage oder Identifikationsanwendungen. Im Scanning-Modus können bis zu 200 Beacons parallel erfasst werden.

Damit erweitert die SMARTebox nanoIO das Energiemonitoring um eine flexible, batteriegestützte Komponente, die auch dort Transparenz schafft, wo keine dauerhafte Stromversorgung oder lokale IT-Infrastruktur verfügbar ist.

Der Resilience Stack von PSsystec

Aus der Kombination der einzelnen Lösungen entsteht ein konsistenter Ansatz:

Die SMARTbox verbindet Sensorik, Anlagen und Messpunkte zu einer durchgängigen digitalen Schicht. Mobilfunk sorgt für Unabhängigkeit von lokaler IT. Zentrale Plattformen ermöglichen Alarmmanagement, Analyse und Integration in bestehende Systeme.

Ergänzt um Batterie- und USV-Konzepte entsteht ein Resilience Stack, der nicht nur für den Normalbetrieb, sondern gezielt für den Ausnahmezustand ausgelegt ist.

Fazit: Resilienz ist kein Versprechen – sie ist messbar

Der Stromausfall in Berlin war kein Einzelfall, sondern ein Hinweis. In einer zunehmend vernetzten und gleichzeitig fragilen Welt wird Resilienz zur Führungsaufgabe.

Mit dem SMARTbox-Portfolio zeigt PSsystec, wie Resilienz heute praktisch umgesetzt werden kann: nicht-invasiv, schnell nachrüstbar, unabhängig von lokaler IT und skalierbar über Standorte hinweg.

Durch batterie- und USV-gestützte Varianten bleibt die Datenbasis auch dann erhalten, wenn Energie, Kommunikation und klassische IT-Systeme bereits eingeschränkt sind. Nicht, um Ausfälle zu verhindern, sondern um kontrolliert, informiert und souverän damit umzugehen, wenn sie eintreten.

Weiterführend

Bei Fragen zu Resilienz, Monitoring und Retrofit-Digitalisierung steht das Team von PSsystec gerne zur Verfügung: contact@pssystec.com

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